Author Archives: bernardroland

Fußball

Ein Betriebscup habe ich zum Anlass genommen neue Erfahrungen in der Sportfotografie zu sammeln.

Erstens habe ich mir die Ausrüstung überlegt. Das ganze Fußballfeld zu fotografieren ist – glaube ich – nicht sehr spannend. Einzelne Spieler und Aktionen am Ball war mein Ziel. Also Telezoom. Vielleicht noch ein Konverter. Zur Sicherheit ein Weitwinkelzoom, sollte eine Aktion in unmittelbarer Nähe stattfinden. Zusätzlich habe ich einen Winkelsucher mitgenommen für Aufnahmen aus der tiefen Perspektive.

Autofocus habe ich auf AL Servo, die Blende auf 2,8 eingestellt um die Aktuare vom Geschehen auf dem Feld und der Tribüne abzuheben. Meinen Standpunkt konnte ich freiwählen – es waren mehr Spieler und beinahe mehr Fußballfelder als Zuschauer da. Die Spiele dauerten keine 45 Min., doch lange genug um erst die Mannschaften zu beobachten. Ich bin stets zu dem Tor gegangen, wo die Aktionen häufiger stattgefunden haben und mir einen Standpunkt mit dunklem Hintergrund (Bäume) ausgesucht.

Die größte Schwierigkeit lag darin den richtigen Augenblick zu erwischen. Durch das Telezoom sieht man nur einen kleinen Ausschnitt und die Aktion kann jeden Augenblick durch einen schnellen Pass den Ort wechseln. Ich denke das ist der größte Unterschied zu Sportarten wie Radfahren, Laufen etc. wo die Bewegung kontinuierlich ist, bzw. Hammerwerfen, Springen etc. wo die Aktion immer am selben Platz stattfindet. Bei Fußball, und vermutlich auch anderen Ballspielen, ist ein perfektes Foto – nicht gecroppt und mit flacher Schärfentiefe- eher ein Glücksfall. Genauso oft ist eine Biene beim Anflug zu erwischen als ein Fußballer in Aktion! So mein wichtigstes Fazit.

Was ich sonst noch gelernt habe:

  1. Für ein kleines Fußballfeld (dessen Länge der Breite eines Profifeldes entspricht) reicht ein 70-200 Zoom aus, soweit man sich auf Aktionen auf einer Hälfte konzentriert.
  2. Ein Konverter würde Sinn für Aktionen auf der anderen Hälfte machen, doch die ständige Montage/Demontage ist lästig. Ich habe das sein lassen.
  3. Das Weitwinkelzoom kam nicht zum Einsatz. Ich befürchte, dass es für Fußball gar ungeeignet ist. Vielleicht wenn es an einem zweiten Body montiert ist…?
  4. Die Anzahl der unbrauchbaren Aufnahmen ist groß (sehr sogar)
  5. Die wenigen gelungenen Aufnahmen müssen zum Teil gecroppt werden
  6. ‚Mitzieh‘ – Aufnahmen bei Fußball machen keinen Sinn, zu abrupt kann jeder Bewegungsfluss beendet werden, zu oft ändert sich die Aktion
  7. Fotos aus der bodennahen Perspektive werden schnell langweilig. Am besten scheint die Perspektive aus der Sitzposition zu sein. Ein Winkelsucher nutzt wenig.
  8. Gute Erfahrung habe ich mit Beobachtung der Aktion mit beiden Augen gemacht: mit dem einen durch den Sucher, mit dem anderen neben der Kamera

 

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Brillant

Hallo,

das ist erster Beitrag in meinem Blog. Mal schauen, wie er sich entwickelt. Konzipiert ist er als Weitergabe von Gedanken und Erfahrungen bei fotografischen Projekten.

Schmuck! Ein Ring mit geschliffenem Brillant mit vielen Facetten, die unabhängig von Winkel in dem sie geschliffen wurden, alle sichtbar werden sollen.

Also… kein Foto ohne sich vorher Gedanken gemacht zu haben…! Gedanken, die sowohl Ästhetik als auch die Minimierung der Nachbearbeitung betreffen.

Der Ring, der mir zur Verfügung steht, ist aus russischem Gold und somit leicht kupferfarbig. Komplementäre Farbe dazu ist blau, so habe ich als Unterlage auch blaue Steine gewählt. Diese sind nur scheinbar zufällig verstreut, in Wirklichkeit habe ich den Stein links mit orangen Einprägungen absichtlich ausgesucht. Genauso ist die kleine Dreiergruppe rechts und der vorgezogene Stein, der vor dem Fokus liegt, absichtlich so platziert. Das Hauptobjekt liegt horizontal in der goldenen Mitte und vertikal in der Mitte um der Symmetrie eines Rings Rechnung zu tragen.

Die Kamera mit einem 100 mm Makroobjektiv ist so platziert, dass die Spiegelung des Brillanten noch sichtbar ist.

Die Aufgabe, die ich mir gestellt habe, war Ergebnisse aus unterschiedlichen Lichtquellen miteinander zu vergleichen. Zur Auswahl standen ein Studioblitz (Softbox Einstelllicht und Blitz), ein Aufsteckblitz (entfesselt, Modus ETTL), ein Aufsteckblitz modifiziert zum Lichtpinsel (selbstgebastelt aus einem zerlegtem Textmarker und Alu-Montageband; Modus M mit 1/128 Leistung, 10 Hz) und eine Led-Lenser Taschenlampe.

Blende war bei allen Aufnahmen 8, Zeit wurde der jeweiligen Beleuchtung angepasst. Blende 8 bei Makro bedeutet immer noch sehr flache Schärfe, doch genug um nicht nur den Brillanten, sondern auch Teile des Goldes scharf abzubilden. Weissabgleich automatisch, was, wie man sieht, keine gute Idee war, doch ihn manuell einzustellen war für mich zu aufwendig und als zweitrangig verwerflich.

Schlussfolgerungen:

  1. Alle Lichtquellen haben, mit ein wenig Lightroom-Nachbearbeitung, die Aufgabe geschafft: die Facetten des Brillanten sich sichtbar, keine Überstrahlung (es sei denn gewollt).
  2. Allerdings musste die Position des Aufsteckblitzes von links von der Kamera auf knapp rechts geändert werden.
  3. Das Einstelllicht (m)einer Softbox ist viel wärmer als das Blitzlicht.
  4. Der Lichtpinsel ist schwer, vor allem, wenn man ihn länger über dem Kopf halten muss.
  5. Die Leistung der Batterien eines Lichtpinsels ist, auch bei 1/128, nicht endlos.
  6. Die besten Ergebnisse sind mit dem Led-Lenser zu erreichen. Weil er leicht ist und der Lichtstrahl kontinuierlich, was Effekte wie die Spaltung des weißen Lichtbündels ermöglicht. Das selbe mit einem pulsierenden Strahl des Lichtpinsels nachzustellen, war auch mit mehreren Versuchen nicht möglich.

 

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